23.09.2012     

Rückblick Herbstausflug 14. - 16. September 2012

Turnusmäßig war dieses Jahr wieder Wandern angesagt. Dazu wurde das Lautertal auf der Schwäbischen Alb auf Vorschlag von Hans-Peter Welte ausgewählt. Da dieser aber urlaubsbedingt nicht mitfahren konnte, hatte dankenswerterweise Rudi Zaiser die Organisation übernommen. Acht Mann fuhren am Freitag pünktlich um 15 Uhr mit dem Kleinbus der Gemeinde Abstatt mit Rudi Zaiser am Steuer los. Vier weitere Sportskollegen kamen mit dem Pkw nach. Die Fahrt ging ohne Stau ins nur 110 km entfernte Hohenstein-Ödenwaldstetten. Unterwegs hielten wir in Offenhausen an. Dort entspringt die Große Lauter in einem Quelltopf mitten in einer alten Klosteranlage, die heute zum Haupt- und Landgestüt Marbach gehört. Kurz danach waren wir auch schon im "Hotel Speidel's BrauManufaktur". Schnell waren die Zimmer verteilt und wir bezogen unsere Designer-Zimmer.
Nach dem Abendessen im Hotel steuerten wir die "Bowlingbahn Havanna 5" im benachbarten Engstingen an. An diesem Abend wurde ein "Power Bowling" veranstaltet. Dabei erkämpfte sich unser Team jede Menge Tombola-Lose. Leider mussten wir das anschließende Pokal-Bowling dann aus Zeitgründen abbrechen. Da ein Sieger nicht eindeutig ermittelt werden konnte wurde die Vergabe des Wanderpokals dieses Jahr ausgesetzt.
Am Samstag sollte der Höhepunkt des Wochenendes, eine geführte Wanderung durch das Tal der Großen Lauter, stattfinden. Zusammen mit dem Alb-Guide Werner Christner fuhren wir nach Anhausen, wo wir unsere Tour bei bestem Wanderwetter begannen. Ganz eben führte der Weg zunächst dem Fluss entlang, gesäumt von mächtigen Felsen und dichten Wäldern. Bald waren wir in der Kernzone des UNESCO-Biosphären-Gebiets. Dort gibt es keine Straße und keine Landwirtschaft mehr. Die Natur wird sich selbst überlassen. Werner wusste viel zu erzählen. Er brachte uns Flora und Fauna, Geologie und Geschichte der Schwäbischen Alb sehr anschaulich näher. Besonders gut kannte er sich mit Heilkräutern aus. Später verließen wir den Hauptwanderweg und stiegen zur Burgruine Wartstein hinauf. Von deren Turm genossen wir eine herrliche Aussicht. Weiter ging es entlang des Besinnungswegs nach Erbstetten. Dort wurde Mittagsrast im urigen Gasthof "Löwen" gemacht. Es gab für alle panierte Schnitzel mit Spätzle und Salat. Derart gestärkt wanderten wir über den Vogelhof ins wild-romantische Wolfstal, einem Seitental der Lauter. Vorbei an hohen moosbedeckten Felswänden und urzeitlich wirkenden Pflanzen und Pilzen erreichten wir wieder den Fernwanderweg HW5, der vom Schwarzwald ins Allgäu führt. Bei der Laufenmühle besichtigten wir eine Tuffsteinsäge. Lauteraufwärts kamen wir an verschiedenen Burgruinen, einem Aquädukt, einem Wasserfall und einer Biberburg vorbei. Nach über 20 km und einer Gesamtzeit von ca. 7,5 Stunden erreichten wir wieder den Ausgangspunkt Anhausen.
Zurück im Hotel wartete der Mitinhaber Wolfgang Speidel mit anderen Gästen bereits auf uns. Statt Duschen und Relaxen reichte es nur zu Katzenwäsche und frischen Kleidern. Dann ging das gebuchte Bierseminar "Brauerlehrling" los. Braumeister Speidel erklärte uns wie sein "Brauerei'le" funktioniert. Im Stile eines Comedians erzählte er alles übers Bier im Allgemeinen und die Abläufe des Brauens im Besonderen. Die Seminarteilnehmer wurden mit eingebunden und sorgten für so manchen Running Gag. Einige mussten beim Brauen in Gummistiefeln und Schürze mit anpacken - obwohl sie doch dafür bezahlt hatten! Zwischen den einzelnen Arbeitsabschnitten wie Einmaischen oder Abläutern hatten wir Zeit, die verschiedenen Gänge des Menüs zu genießen. So gab es zum Beispiel Brezeln, Biersuppe mit Hopfennocken, Krustenbraten vom schwäbischen Landschwein, am Stück gebraten mit knackiger Dunkelbierkruste, Krautspätzle, würzige Biersoße oder Apfelringe im Bierteig. Bier (naturtrübes Helles und Hefeweizen) sowie alkoholfreie Getränke wurden bis zum Abwinken serviert. Auch einen Doppelbockbrand gab es zu verkosten. Sieben verschiedene Bierproben wurden vergleichend erläutert und am Schluss galt es einige aus der Fernsehwerbung bekannte Biersorten blind zuzuordnen. Wer dabei und beim Ausfüllen eines Fragebogens (quasi als Abschlussprüfung) die meisten Punkte sammeln konnte kam ins Stechen um einen Steingutkrug: es musste ein Glas Bier so schnell wie möglich geleert werden. Leider hatte dabei keiner aus unserer Truppe die Nase vorne.
Am Sonntag stand Zwiefalten und die "Wimsener Höhle" auf dem Programm. Also fuhren wir auf einen Parkplatz in Gossenzugen. Von dort ging es zu Fuß der Zwiefalter Aach entlang zur Wimsener Mühle. Dort befindet sich auch Deutschlands einzige mit dem Boot befahrene Schauhöhle, die Friedrichshöhle, besser bekannt unter dem Namen Wimsener Höhle. In einem Kahn für zehn Personen dirigierte uns ein Fährmann 70 Meter ins mystische Erdinnere der Schwäbischen Alb hinein. Die Wasser- und Lufttemperatur beträgt während des ganzen Jahres 7 bis 8 C. An manchen Stellen reicht die Höhlendecke fast bis ins Wasser herab und es hieß den Kopf einzuziehen. Dafür beträgt die Wassertiefe bis zu 60 Meter. Da der Kahn in der engen Höhle nicht wenden konnte, mussten sich einfach die Passagiere umsetzen. Beim Frühschoppen vor dem historischen Gasthof stieß unser Alb-Guide wieder zu uns. Auf dem 3,5 km langen Rückweg versorgte er uns mit allerlei Informationen über diese Gegend. In Zwiefalten besichtigten wir, ebenfalls unter der fachkundigen Führung von Werner Christner, die Klosteranlage und das barocke Münster. Nach einem Mittagessen in der "Gaststätte Klosterbräu" machten wir uns auf die Heimfahrt und kamen kurz nach 17 Uhr wieder in Abstatt an.

Siegfried Ernstberger