24.09.2006     

Rückblick Herbstausflug 15. - 17. September 2006

Ziel unseres diesjährigen Herbstausflugs war Idar - Oberstein. Heinz Wiesner hatte dazu bei der Naheland - Touristik für uns ein komplettes Programm gebucht. Da er aber beruflich leider verhindert war, übernahm für ihn Siegfried Ernstberger die Reiseleitung.
Dieser Ausflug war wahrscheinlich der abwechslungsreichste und mit Sicherheit der lehrreichste Ausflug bisher überhaupt. Man konnte fast schon von einer Bildungsreise sprechen. Neben den obligatorischen Aktivitäten wie Kegeln und Wandern standen eine Stadtführung, ein Kirchenbesuch, zwei Bergwerksbesichtigungen, eine Mineralien - und Fossilien - Exkursion, eine Burgbesteigung sowie zum Abschluss eine Weinprobe unter Tage auf dem Programm. Doch schön der Reihe nach:
In einem sehr komfortablen Kleinbus von Bonk - Reisen fuhren wir zu zwölft am Freitag pünktlich um 14 Uhr am Vereinszentrum ab. Über Weinsberg, Walldorf, Hockenheim und Alzey ging es auf der Autobahn nach Bad Kreuznach. Von dort nahmen wir die B41 durch das Nahetal nach Oberstein. Nach dem Zimmerbezug im Hotel Schlossschenke gab es im Biergarten vor dem Hotel das Abendessen mit original Idar - Obersteiner Spießbraten.
Danach fuhren wir mit unserem Bus zum Kegeln nach Idar. Die nicht geplante Stadtrundfahrt war im Preis auch schon mit drin. Im Keglerheim wurde zunächst fleißig auf der ungewohnten Scherenbahn trainiert, um fit für die Ausspielung des Wanderpokals zu sein. Es gab diesmal einen neuen Sieger: Bertram Lösel setzte sich klar durch vor Helmut Walter und Siegfried Ernstberger.
Am Samstag fuhren wir ins 27 km entfernte Bundenbach, wo uns, natürlich bei bestem Wanderwetter, der Dipl. - Geograph Dr. Wouter Südkamp zu einer Mineralien - und Fossilien - Exkursion empfing. Nach der Besichtigung seines Ausstellungsraums mit einer rund 500 Stücke umfassenden Sammlung von Hunsrückschieferfossilien aus der Zeit des Unterdevon vor etwa 400 Millionen Jahren begann eine 8 - km - Wanderung durch die "Bundenbacher Schweiz". Wir wanderten zuerst durch das reizvolle und unberührte Hahnenbachtal. An der Schieferabraumhalde "Sinsebach" wurden Hammer und Meißel herausgeholt und tatsächlich kleinere Versteinerungen und Pyrit - Einschlüsse gefunden. Bei der Ruine einer alten Wasserschleife schürften wir nach ausländischen - teilweise angeschliffenen und zu Schmuck verarbeiteten - Edelsteinen wie Achat, Amethyst, Aventurin, Chalcedon, Rosenquarz und Bergkristall. Erzmineralien - wie z. B. Bleiglanz - sammelten wir an der "Teufelsrutsche". Die Wanderung schloss auch einen Wassererlebnispfad mit ein: Tafel n informierten auf anschauliche Weise über Geologie, Bergbau und die Natur. Dann wurde die Schmidtburg, die älteste, größte und bedeutendste Burganlage des Hunsrücks, erklommen. Weiter ging es zum Schieferbergwerk Herrenberg. Dort nahmen wir an einer Führung teil, die uns in eindrucksvoller Weise die schwere Arbeit eines Bergmanns im Mittelalter aufzeigte. Zuletzt warfen wir noch einen kurzen Blick auf eine rekonstruierte Keltensiedlung. Das Abendessen wurde wieder im Hotel eingenommen. Der weitere Abend stand zur freien Verfügung.
Der Sonntag begann mit einem ausführlichen Frühstücksbuffet mit Sekt, bevor uns am Hotel die Stadtführerin, Frau Bollenbacher, zu einem Rundgang durch die Altstadt von Oberstein abholte. Anschließend erklommen wir die ca. 230 Treppenstsufen hinauf zur Felsenkirche, dem Wahrzeichen der Stadt. Diese evangelische Kirche war vor über 500 Jahren in einer Felsnische errichtet worden, die sich direkt über unserem Hotel befindet. Nach der Besichtigung des Kircheninnern bestand noch die Gelegenheit, in einem der zahlreichen Schmuckgeschäfte mehr oder weniger wertvolle Souvenirs zu erstehen.
Unser nächstes Ziel war das historische Kupferbergwerk in Fischbach, das wir ausnahmsweise ohne Umwege erreichten. Dort erwartete uns in der "Kupferstube" eine rustikale Bergmannsbrotzeit inklusive eines "Grubenwassers". Derart gestärkt nahmen wir an einer interessanten Führung durch die großartigen Weitungen, die riesigen Abbauhohlräume und die weit verzweigten Systeme von Stollen und Schächten teil. Bis in die Napoleonische Zeit war es eines der größten und bedeutendsten Kupferbergwerke Deutschlands gewesen. Nach einer knappen Stunde kamen wir zu einem Seitenstollen, in dem eine Tafel aufgebaut war. Eckhard Dapper, ein Winzer aus dem Nahetal, führte dort bei einer Temperatur von 11 C exklusiv für uns eine Weinprobe durch, bestehend aus sechs Sorten - vom Riesling über den Rotling bis zum Dornfelder - und einem Weinbergpfirsichlikör hinterher.
Nachdem wir auf diesem Wege auch mal den Naheweinen "nahe" gekommen sind, demonstrierte uns unser Führer zum Abschluss noch die Verhüttung des Kupfers. In bester Stimmung, beladen mit Restbeständen der Weinprobe, stiegen wir gegen Abend in den Bus und machten uns auf die Heimfahrt.
Mit unserer Busfahrerin Susanne Bonk - Ganther hatten wir übrigens einen ausgesprochenen Glücksgriff gemacht. Nicht nur, dass sie uns immer sehr sicher überall hin chauffierte, sie machte auch bei all unseren Aktivitäten mit.
Zum Schluss noch ein Kompliment an die Gruppe: sie zeigte vorbildliche Disziplin, war immer pünktlich, es gab keinen Ärger und wir wurden sogar noch von der Hotelchefin für die gar nicht erwartete Rücksichtnahme auf die Nachtruhe der anderen Gäste gelobt.

Siegfried Ernstberger